Von Digisini Team · Implementierung · 2026-05-18 · 11 Min. Lesezeit

TL;DR — Dayparting in 30 Sekunden

Dayparting zeigt den richtigen Inhalt zur richtigen Zeit: Frühstücksmenü morgens, Mittag mittags, Abendkarte abends. Einmal konfiguriert wechselt der Bildschirm 1460-mal pro Jahr ohne Eingriff. Gemessener Effekt auf Digisini-Kohorte 2024-2025: +4-8% durchschnittlicher Bon in Gastronomie, +6-12% in Cafés. Initial-Konfiguration: 30-45 Minuten. Wartung: 10 Minuten/Woche. Die Faustregel: 5-7 Regeln decken 80% der Fälle ab.

Was Dayparting ist

Dayparting (Zeitsteuerung) ist die Praxis, je nach Tageszeit, Wochentag oder Datum unterschiedliche Inhalte anzuzeigen. Eine Bar zeigt das Frühstücksmenü zwischen 8 und 11 Uhr, wechselt dann automatisch zum Mittagsmenü von 12 bis 16 Uhr, dann zur Abendkarte von 17 bis 22 Uhr, danach zu Cocktails ab 22 Uhr. Der Bildschirm wechselt allein.

Das Gegenteil eines statischen Bildschirms, der den ganzen Tag denselben Inhalt zeigt. Ein um 21 Uhr angezeigtes Mittagsmenü ist unsichtbar. Eine um 9 Uhr angezeigte Cocktailkarte ist fehl am Platz. Dayparting löst dieses Mismatch durch automatische Rotation pro Zeitfenster.

Warum es den Bon erhöht

Drei Mechanismen:

  1. Kontextrelevanz. Ein Kunde, der sieht, was er jetzt bestellen kann, hat höhere Bestellwahrscheinlichkeit als einer, der ein gemischtes Menü sieht und mental filtern muss.
  2. Zielgerichteter Vorschlag pro Moment. Mittagsmenü bewirbt eine 14€-Formel; Abendkarte ein Wein-Speisen-Pairing +6€. Jedes Fenster pusht den passenden Upsell.
  3. Neuheitseffekt für Stammkunden. Ein Kunde, der morgens kommt, sieht anderen Inhalt als derselbe Kunde abends. Reduziert visuelle Ermüdung.
Daten: in der Digisini-Kohorte 2024-2025 sehen Restaurants mit gut konfiguriertem Dayparting +4-8% beim durchschnittlichen Bon. Der Effekt ist in Cafés ausgeprägter (+6-12% bei Morgenkombos) und in Gastropubs (+5-10% bei abendlichen Pairings).

Empfohlene Zeitfenster nach Branche

BrancheTypische FensterAnzahl Regeln
Restaurant-BarFrühstück 8-11h · Mittag 12-16h · Nachmittag 16-17h · Abendessen 17-22h · Nacht 22h+5
CaféMorgen 7-11h · Lunch 11-15h · Snack 15-18h · Abend 18h+4
EinzelhandelÖffnung 10-14h · Nachmittag 14-19h · Abendschaufenster 19-23h3
ApothekeBeratung morgens 8-12h · Aktion nachmittags 12-18h · Notdienst 18h+3
FitnessstudioMorgenkurse 6-10h · Mitgliedschaft 10-16h · Abendkurse 17-22h3
KlinikSaisonale Tipps permanent · neue Leistung zu festen Zeiten2-3
HotelMehrsprachige Begrüßung 6-22h · Restaurant 19-22h · Nacht 22h+3

Mehr als 7-8 Regeln: Komplexität überwiegt Nutzen. Jede zusätzliche Regel ist ein Konfliktrisiko. 15 Regeln = Überoptimierung — vereinfachen.

Der Regelmotor: Priorität und Überschneidungen

Zwei Konzepte:

Empfohlene Konvention:

  1. Priorität 10-30: Standard-Dayparting. Wiederkehrende Fenster, immer aktiv.
  2. Priorität 40-60: Wochenpromotion. Happy Hour, Spieleabend, Sonntagsbrunch.
  3. Priorität 70-90: saisonale Kampagnen. Winterschlussverkauf, Valentinstag.
  4. Priorität 95-100: kritische Kampagnen. Black Friday, Weihnachten.
  5. Priorität 0: Standard-Playlist. Läuft wenn nichts anderes aktiv ist.
Warum diese Hierarchie funktioniert: sie entspricht Ihrer Geschäftsstrategie. Black Friday ist wichtiger als Wochenpromo, die wichtiger ist als normales Dayparting. Das System verhält sich intuitiv ohne dass Sie berechnen müssen.

Multi-Zeitzonen für Ketten

Jeder Bildschirm hat unabhängig konfigurierte Zeitzone. Eine Regel "Mittag 12-14h Lokalzeit" gilt korrekt für einen Bildschirm in Berlin und einen in Wien, ohne zwei Regeln zu erstellen. 50 Bildschirme über 4 Zeitzonen: 7 kanonische Regeln einmal verwalten, sie gelten automatisch je nach Zeitzone.

Jahresplanung

Regeln zu beliebigen zukünftigen Daten planbar. Einzelhändler plant im November den kompletten Geschäftsjahr-Kalender (Winterschlussverkauf, Valentinstag, Muttertag, Sommerschlussverkauf, Rückkehr-zur-Schule, Black Friday, Weihnachten). 30 Minuten Config, das Geschäftsjahr läuft allein.

Versteckter Vorteil: vermeidet "Mist, heute ist der 24. Dezember und der Bildschirm zeigt noch die Black-Friday-Kampagne, weil niemand dran gedacht hat". Mit Auto-Ablaufdatum übergeht der Wechsel Weihnachten→Januar→Schlussverkauf ohne menschliches Zutun.

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Wirkung messen

Einfacher A/B-Vergleich: 4 Wochen ohne Dayparting (ein Menü ganztägig) vs 4 Wochen mit Dayparting. Vergleichen Sie durchschnittlichen Bon und Sell-through des Anker-Produkts pro Fenster. +3-8% Bon und +10-25% Sell-through bei Ankern = Dayparting funktioniert für Sie.

Unter 2% nach 8 Wochen: zwei Ursachen. (1) Kunden nicht dayparting-empfänglich; (2) Playlists nicht ausreichend differenziert. Prüfen Sie Playlists vor Schlussfolgerung.

Wann Dayparting nichts bringt

Ehrliche Fälle:

  • Statische Botschaft. Nur Logo und Adresse — Dayparting nicht anwendbar.
  • Katalog wechselt nicht mit Uhrzeit. Geschäft mit identischem Sortiment 24/7. Dayparting nur für saisonale Kampagnen.
  • Einzige Dienstleistung. Physiotherapeut mit einer Behandlung. Kein Variationsgrund.
  • Niemand pflegt Playlists. Ohne Wartung erodiert der Vorteil.

Konfigurations-Checkliste in 30 Minuten

  1. Service-Fenster auflisten (5 min). Restaurant: 4-5. Einzelhandel: 2-3.
  2. Playlist pro Fenster erstellen (15 min). Drag-Drop relevanter Inhalte. 3-5 Slides genügen.
  3. Regeln mit Priorität 10-30 konfigurieren (5 min). Playlist jeweils einem Fenster zuweisen.
  4. Standard-Playlist erstellen (3 min). Priorität 0. Logo, Info, Öffnungszeiten.
  5. Im Vorschaumodus testen (2 min). Prüfen dass jede Stunde der richtige Inhalt erscheint.

Total: 30 Minuten. Danach 365 Tage × N Fenster automatische Rotation ohne den Bildschirm anzufassen.

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